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Forumbeitrag:
Thema: \'Alte\' Gleise vernickeln
Autor: Max 8M.
Datum: 19.04.2009 23:37

Hi Knut,
hi @all,

Geschrieben von Knut SWas konkret ist denn so hervorragend an vernickelten Gleisen?

Stellen wir doch mal die Frage andersherum: \"Was ist so hervorragend an Messing, Edelstahl, Aluminium, Plaste oder sonstwas Schienen??\"

Nun, sicher hat jedes der möglichen Gleissysteme seine eigenen Vorteile als auch seine eigenen Nachteile. Deren Wichtung sollte jeder nach seinen eigenen Gegebenheiten und Anforderungen abwägen und unterschiedlich beurteilen.
Nun, bleiben wir mal bei dem Thema der vernickelten Messinggleise. Der Faktor der Längenausdehnung bei Messing ist seit mehr als 40 Jahren bei Gartenbahnen bekannt und bei entsprechender Handhabung ohne grössere Probleme in den Griff zu bekommen. Die Stromleitfähigkeit und den daraus resultierenden Spannungsfall über die Länge kann mann vernachlässigen, da das Übel i.d.R. nicht im Gleis selbst liegt sondern an den Übergangsstellen zwischen den einzelnen Schienenprofilen. Selbst Edelstahlgleis ist bei der Gleisanlagenlänge eines schon \"überdurchschnittlichen\" Gartenbahners vom Spannungsfall als uninterresant zu betrachten.
So weit, so gut. Als einen der grössten Vorteile von Edelstaht- und Vernickeltem Messinggleis ist der geringere Reinigungsaufwand. Hier dürfte sich Edelstahl von Nickel kaum unterscheiden.
Einfach abwischen (oder mit dem beschriebenen Reinigungswagen eine Runde fahren) und schon steht dem Fahrbetrieb nichts mehr im Wege. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Wenigfahrer oder Leute die mehr Zeit in fahren als in putzen investieren wollen.

Einen entscheidenden (zumindest momentanen) Vorteil von Nickelgleis sehe ich in dem weit ausgebauten Gleis- und Weichenprogramm vom Messinggleis. Und da dieses Messinggleis sich in Nickelgleis (also vernickeltes Messinggleis) umwandeln lässt, steht somit das gesamte Produktspektrum von etabliertem Messingschienen auch als fertig angebotenes Nickelgleis zur Verfügung. Und dies nicht nur in der Ausführung von Klein- und Kleinstserienherstellern (welche ja mitunter dubiose Vorstellungen zum Thema Zeit, Qualität, Termine und Lieferung haben), nein das gesamte etablierte Industrieprogramm kann mann hier nutzen.

Unterschiede gibt es auch in der Verarbeitung. Die Nickelgleise kann mann analog den Messinggleisen bearbeiten. Vorsicht ist natürlich z.B. beim Einspannen in einen Schraubstock geboten, um die Nickelschicht nicht durch zu grobe Krafteinwirkung zu beschädigen. Auch soll erwähnt werden, das an Trennstellen (z.B. durch sägen) keine Nickelschicht mehr vorhanden ist. Ich konnte dies allerdings bis heute noch nicht als Nachteil erkennen.
Beim Edelstahlgleis sollte mann \"eigenes Edelstahlwerkzeug\" nutzen. Sägt mann z.B. eine Edelstahlprofil mit einer Säge, mit welcher vorhrer \"normales\" Eisen gesägt wurde, so wird es dort anfangen mit rosten.

Vielleicht noch einen Satz zum Thema Glanz. Mit dem so genannten \"Mattvernickeln\" geht dieser zwar nicht ganz weg, jedoch minimiert sich diese soweit. das mann sich nicht gleich im Gleis spiegelt. Es glänzt meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht so sehr wie Edelstahlgleis.


Geschrieben von Knut S .....man sie richtig vernickeln läßt\"

Ja, was ist denn richtig, oder falsch ?? Kurzum, chemisches vernickeln ist erstens teuer (teurer als galv.) und zweitens relativ unsicher. Warum ?? Das Nickel diffundiert in der Oberfläche in das Messing ein. Ist diese Oberfläche gesättigt, setzt es sich oberflächlich ab und baut eine Schicht auf. Wird diese zu dick, so beginnt es abzuplatzen. Viel ist hier also nicht unbedingt gut.

Die zweite Variante ist galvanisches Vernickeln. Hierbei sollte mann beachten, das mann es als Mehrschichtsystem ausführen lässt. Auf die Messingprofile zuerst eine Schicht kupfer, dann darauf das Nickel. Die Haltbarkeit und damit Haftung und Elstizität ist eindeutig besser.
Angewandt wird dies nach eigenen Aussagen z.B. von Fa. Thiel.


Ich selbst habe mich für ein (matt) vernickeltes Gleissystem entschieden. Die Gleise von Fa. Thiel, die Weichen von LGB und Thiel, nachträglich im Mehrschichtsystem vernickelt.
Ein zerlegen von Gleisen oder Weichen ist übrigens nicht notwendig.

MfG
MAX





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