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Forumbeitrag:
Thema: Kleine Gegenüberstellung von WLAN zu allen anderen Funktechnologien
Autor: Karl8 G.8
Datum: 05.07.2014 07:11

Hallo zusammen,

die rege Diskussion um dass Thema WLAN (auch oder gerade in diesem Forum) zeigt, dass offensichtlich enormes Interesse an dieser zukunftsträchtigen Funk-Technologie existiert.

Da aber bei vielen Modellbahnern nahezu kein Wissen vorhanden ist, was diese Technologie an Features für das Hobby inhärent bereitstellt und wie überlegen diese Funktechnologie dadurch allen anderren Funktechnologien ist, möchte ich dieses heute einmal mit nur 2 Punkten unter vielen anderen aufzeigen:

Damit beantworten sich auch die vielgestellten Fragen,

\"Was passiert, wenn zwei Fahrteilnehmer auf die gleiche Lok vom ihrem Smartphone aus zugreifen wollen?\"
\"Wie steuere ich neben der Lok auch Weichen, Signale, Drehscheiben, ..., und vielleicht auch Blockstrecken auf meiner Anlage an?\"


Dazu vorab etwas zu den Grundlagen von Ethernet, bzw. WLAN:

Eine der ganz überragenden Technologieeigenschaften von WLAN gegenüber allen anderen \"MickyMaus Funktechnologien\" (433, 868, ... RC-Technologien) liegt in der Intelligenz dieser Technologie, die durch das Netz selbst bzw. ihre Protokollstacks zur Verfügung gestellt wird:

Dies sind zum einen

(1) die sogenannte Congestion Control - (nicht ganz einfach zu verstehen -am besten, man liest es in der englischen Fachsprache nach - die deutschen Übersetzungen sind meist nicht so gut)

(2) und die Art der \"Connection\" die sogenannte Connection Oriented Communication oder Connectionless Communication

(1) soll nur der Vollständigkeit in einem Satz erwähnt werden - Details kann man bei Interesse selbst nachlesen: Im Wesentlichen geht es darum, dass auch bei vielen Teilnehmern im einem Netzsegement das Netz nicht in einen blockierten Status durch parallele (gleichzeitige) Zugriffe übergeht (der würde nämlich einen Reboot erfordern)

(2) bestimmt nun das folgende Verhalten des Netzes:

Wenn der Programmierer das TCP-Protokoll verwendet, dann wird ein verbindungsorientierter Modus (Connection oriented Communicaton) verwendet, den man mit der verbalen (Mobil-) Kommunikation erklären kann:
Man wählt eine Nummer, der gewählte Teilnehmer \"nimmt beim Klingeln ab\" und eine VERBINDUNG kommt zustande. Dritte haben weder Zugriff auf die Verbindung, noch können sie diese von aussen willkürlich unterbrechen. Alle Verbindungsversuche werden \"abgewehrt\" - es ertönt allen Dritten gegenüber ein Besetztzeichen.

Drückt einer der Verbindungsteilnehmer die \"Rote Taste\", wird die Verbindung wieder abgebaut und beide vorher \"aneinander gebundenen\" Teilnehmer stehen nun neuen (anderen) Verbindungsanfragen wartend gegenüber. Ist die Verbindung zustandegekommen, kann jeder der beiden Teilnehmer sicher sein, dass die Nachrichten auch übermittelt werden - es ist ein zuverlässiger Dienst.

Wenn der Programmierer das UDP - Protokoll verwendet, dann wird ein verbindungsloser Modus verwendet - beispielsweise ist dies die SMS - Kommunikation:
Alle Teilnehmer können an alle Teilnehmer jederzeit SMSse versenden - zu keinem Zeitpunkt wird eine SMS abgewehrt, weil ein Teilnehmer evtl. gerade eine SMS eines anderen Teilnehmers verarbeitet oder sogar noch gleichzeitig telefoniert.
EIN Nachteil der verbindsungslosen Kommunikation ist, man ist nie sicher, ob die Nachricht angekommen ist. Das kann man nämlich bei der SMS auch nicht sein - kein Telekommunikationsunternehmen garantiert, dass die versendete SMS ankommt - es ist als also ein NICHT zuverlässiger Dienst.

Und nun beantwortet sich obige erste Frage von allein:
Da die Loks im WLAN vom Smartphone per TCP gesteuert werden, kann, solange ein Smartphone mit einer Lok verbunden ist, kein anderes Smartphone diese Lok steuern - die Lok ist sozusagen BESETZT.

Sie kann also auch nicht von \"Piraten\" gekapert werden. Erst wenn das 1. Smartphone die Verbindung zur Lok aufgegeben hat, kann ein 2. Smartphone diese übernehmen.

Der ganz große Vorteil von WLAN: Nicht der Programmierer bestimmt dieses Verhalten - die WLAN Technologie bestimmt dies!

Bei der Steuerung von Weichen ist natürlich die verbindungsorientierte Kommunikation von Nachteil:
Es kann nicht von Interesse sein, dass EIN Smartphone alle Weichen blockiert. Auch will man nicht extra eine Verbindung aufbauen, um die Weiche zu schalten und die Verbindung danach wieder abbauen - alles viel zu aufwendig. Also verwendet man die UDP Kommunikation, um alle anderen Objekte (die also keine Loks sind), anzusteuern. Alle Smartphones können also gleichzeitig die Weiche ansteuern. Eine Blockade entsteht nicht - das wird durch die Congestion Control Mechanismen verhindert!

Es wird noch besser:
Ein Smartphone kann nun viele TCP-Verbindungen gleichzeitig steuern, wenn diese Verbindungen in einem INFRASTRUCTURE WLAN (vom stationären Router gemanaged) aufgebaut werden und das Smartphone ein IP-Knoten in diesem WLAN ist. Übersetzt: Wenn man 3 Slider in der Oberfläche seines Smartphones konfiguriert, kann man mit diesen 3 Schiebereglern 3 Loks gleichzeitig steuern.

Man sieht also - es gibt gar keine bessere Funktechnologie als die WLAN Technologie, um das Steuerungsinteresse von Modellbahnern abzubilden.

Bei der (modernen) RC-Technologie ist alles viel komplizierter - Sender und Empfänger müssen vor dem Fahrspass erst \"gepaart\" werden.
Obwohl die RC-Technologie nicht genormt ist, könnte man diese Paarung in ihrem Verhalten als eine verbindungsorientierte Kommunikation bezeichnen. Da hören aber schon die Gemeinsamkeiten auf - der gesamte WLAN-Komfort ist bei der RC-Technologie nicht vorhanden - kann auch nicht per Programmierung \"nachprogrammiert\" werden - es ist ein in sich geschlossenes System:

Sozusagen \"ontheFly\" von einer Lok auf die andere zu wechseln, Loks also unter den RC-Teilnehmern des Fahrbetriebes \"im laufenden Betrieb\" von einem Sender auf den anderen zu übergeben, geht gar nicht.
Fahrer (Smartphone) und Lok bleiben eine Einheit durch die anfängliche Paarung.
\"Paarung\" geht auch nur dann, wenn Sender und Empfänger vom gleichen Hersteller sind - es gibt ja keine Normierung in der RC-Technologie, da kocht ein jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, da passt nix zueinander ... wird es dennoch behauptet, bleibt das Risiko beim Anwender, denn mit wem will man streiten: Ein Jeder Anbieter behauptet, dass seine Lösung die richtigere ist.

Will man zusätzlich Weichen oder Signale schalten, wird\'s bei RC sehr kompliziert - geht mit Standard RC-Technologie aus dem Regal gar nicht.
Das wollen aber die RC-Fahrer auch gar nicht, sie konzentrieren sich mit ihrer RC-Steuerung immer nur auf eine Lok. Weichen und Signale der Anlage werden meist per Hand gestellt.

Bei allen WLAN <-> RC Technologiediskussionen werden diese Dinge nie verglichen - meist auch darum nicht, weil die WLAN-Technologie vielen Modellbahnern gar nicht bekannt oder sogar suspekt ist. Einzig die Reichweite wird von den RC-Fahrern als Entscheidungskriterium angeführt ... und da glänzen viele nur mit NichtWissen und HörenSagen.

Die Störsicherheit, die Zuverlässigkeit und die gesamten inhärenten Mechanismen, die die Mächtigkeit und Überlegenheit dieser Technologie genüber allen anderen Funk-Technologien ausmacht, sind nur den wenigsten bekannt.
Erst die WLAN-Fahrer, die diese Technologie nutzen, setzten sich mit diesen Fragen auseinander und verstehen, warum sie sich intuitiv richtig entschieden haben.

So ist das eben, wenn der Mensch eine Technologie nicht kennt, steht er ihr erst einmal skeptisch gegenüber. Aber das erledigt sich mit steigender Verbreitung explosionsartig wie von selbst ... !

Den PC konnten zu Anfang auch nur wenige bedienen ...!

LG vom Karl

(Fortsetzung folgt ;-) )





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